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Furner Hottlinger – eine fast vergessene Südtiroler Ur-Rebe kehrt zurück

  • Autorenbild: Michael Kainzwaldner
    Michael Kainzwaldner
  • 11. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Ein Blick über das Eisacktal Richtung Kloster Säben
Merkmal der Sorte: Die Seitenstängel zu den Beeren hin sind rot.

Es gibt Rebsorten, die einfach Wein sind. Und es gibt Rebsorten, die Geschichten erzählen.


Der Furner Hottlinger – oder auch Furner Hottler – gehört definitiv zur zweiten Kategorie. Eine dieser alten, robusten, eigenwilligen Rotweinsorten, die Südtirol geprägt haben, lange bevor moderne Rebsorten den Ton angaben. Laut Versuchszentrum Laimburg ist er eine der ältesten – wenn nicht die älteste – autochthone Rotweinsorte Südtirols. Und: Beide Schreibweisen sind offiziell im europäischen Rebschutzverzeichnis eingetragen.


Ein Stück Geschichte – tief verwurzelt im Eisacktal


Im 19. Jahrhundert war der Furner im Eisacktal weit verbreitet. Mittelfrüh reifend, säurebetont, kräftig im Wuchs – eine Rebe, die gut mit dem Klima klarkam und verlässliche Erträge brachte. Die Weine daraus: rubinrot, fruchtig, mit weichen Tanninen und einem klaren Kirsch- und Beerenprofil. Einfach, ehrlich, extrem leicht und daher trinkig.

Mit der Zeit geriet die Sorte in Vergessenheit. Moderne Reben kamen, Wirtschaftsstrukturen änderten sich – und die alten lokalen Sorten verschwanden fast vollständig. Nur einige wenige Winzer hielten daran fest.


Familiengeschichte: Ein Wein für die Arbeit – und fürs Leben


Für uns hat der Furner eine ganz persönliche Bedeutung: unser Vater Hans erzählte uns oft, wie er als junger Bursch den Wein in großen Drei-Liter-Krügen aufs Feld brachte – zu den Bauern, Knechten und Helfern. Trinkwasser war damals nicht immer sauber (Gelbsucht & Co.), also brachte der Furner Kraft, Wärme, Energie. Früher wurde der Furner bei uns ausschließlich in Pergeln und häufig entlang der Wege gepflanzt. Nicht, weil er dort romantisch aussah – sondern aus purem Hausverstand. Die Höfe brauchten jede freie Fläche für Ackerbau und Weide. Also wanderte der Furner an die Ränder, wo er keinen Platz „wegfraß“. Und weil die Sorte von Natur aus ertragreich und robust ist, reichte das völlig aus, um genug Wein für Hof, Feldarbeit und Feste zu haben. Also ein Wein, der Teil des Alltags war. Teil des Lebens.


Wir bringen den Furner zurück – und zwar richtig


Heute gibt es in Südtirol nur noch winzige Restbestände dieser Sorte.

Wir vom Weingut Oberfurner wollen sie wiederbeleben – behutsam, sorgfältig und mit Respekt vor ihrer Vergangenheit. Wir haben neue junge Pflanzen in der Aufzucht, pflegen die alten Bestände, bauen den Furner sortenrein aus und haben noch die ein oder andere spannende Zukunftsvision im Köcher. Ein Wein, der aufgrund seiner Geschichte, seiner Säurestruktur und seiner Rarität Erklärungsbedarf hat – und genau deshalb etwas ganz Besonderes ist.


Und weil er so exklusiv ist, wird er:

  • nicht online verkauft

  • nicht im Handel erhältlich sein

  • ausschließlich bei uns am Hof verkostet werden können

Ein Wein, der nicht in der Welt verstreut wird, sondern dort bleibt, wo seine Wurzeln sind.


Was den Furner heute ausmacht?

Die Charakterisierung des Versuchszentrums der Laimburg bestätigt, was wir im Glas schmecken:

  • hohe Säure

  • wenig Alkohol (max. 10% vol)

  • rubinrote Farbe

  • Aromen von Johannisbeere, Himbeere, Sauerkirsche

  • leichter bis mittlerer Körper

  • weiche Tannine

  • eine unverwechselbare, alte Sortentypizität

Ein Rotwein, den es so weltweit kein zweites Mal gibt. Und das ist keine Floskel – das ist Tatsache.


Warum wir das machen?


  • Weil alte Sorten Identität sind.

  • Weil Wein nicht nur Trend sein darf.

  • Weil jede Region ihre eigenen Geschichten bewahren muss.

  • Und weil der Furner uns seit Generationen begleitet – im Weinberg, im Keller, in der Familie.


Für alle, die das Echte suchen


Der Furner Hottlinger ist kein Wein, der jedem gefallen will. Er ist ein Wein für Entdecker. Für Geschichtensammler. Für Menschen, die verstehen, dass Wein Kultur ist – nicht bloß Getränk.

Wer ihn probieren möchte, muss zu uns kommen. Und genau das macht ihn so besonders.


Buche jetzt deine Weinverkostung und trinke einen Rotwein, den du so garantiert noch nie probiert hast.



Quellen: aus dem PDF „Historische Lokalsorten“ der Laimburg von Josef Terleht und Ulrich Pedri und https://glossar.wein.plus/furner

 
 
 

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